Fortbewegung zu Wasser und zu Lande

Wasser faszinierte Leonardo in großem Maße. Beharrlich und voller Einfallsreichtum befasste er sich mit Studien über die Bewegung, den Bewegungsfluss und die Wirkungen von Wasser. Er versuchte zu ergründen, warum es Wolken gibt, warum es regnet, warum Wasser fließt, warum es Wellen, Ebbe und Flut gibt und warum man Muscheln auf den Bergen fand.

In zahlreichen Zeichnungen hat er versucht, die Bewegung des Wassers festzuhalten. Er erkannte als erster die Oberflächenspannung von Wasser, indem er in einem Wassertropfen eine Kugelgestalt sah.
„Das Wasser ist zum Lebenssaft dieser trockenen Erde bestimmt. Auch findet man das Wasser bald sauer, bald scharf, bald herb und bald bitter, bald süß, bald dick oder dünn, bald schädlich oder verderblich, bald heilsam oder giftig.“


Aufgrund seiner Erkenntnisse konnte sich Leonardo als herzoglicher Ingenieur bewerben und in diesem Amt behaupten. Dort befasste es sich intensiv mit dem Element und der Thematik Wasser, da davon die Landwirtschaft, die Maschinen- und der Mühlenbetrieb abhingen. Belange zur Versorgung von Bevölkerungszentren, Anlegen von Wasserbecken, Urbarmachung von Sümpfen oder wassertechnische Erfordernisse zwangen Leonardo da Vinci zu einer größeren Perfektionierung in hydrotechnischen Fragen.

Viele Ingenieure befassten sich bereits mit der Technik von Pumpen (die seit der Antike als „Archimedische Schraube“ bekannt waren) und Wasserrädern, wurden jedoch durch Leonardo in seinen Skizzen grafisch als auch technisch perfektioniert.

Von der Idee gepackt, dem Menschen Möglichkeiten über und unter Wasser zu erschließen, entwarf er zudem Schwimmkörper und Atemgeräte. Zum Teil konnte er auf Überliefertes zurückgreifen, da dieser Bereich aus kriegstechnischen Interessen von je her von großer Bedeutung gewesen war. Verbesserungen der Bootsbauweise ließ er nicht unberücksichtigt, glich Bootskörper Fischformen an, um den Wasserwiderstand zu verringern und erdachte neue Mechanismen von Ruderbewegungen. Seekriegstechnische Überlegungen brachten ihn dazu, einen doppelten Schiffskörper zu entwerfen, um der Gefährdung durch ein Leck vorzubeugen.

Bei der Fortbewegung zu Lande galt im militärischen Bereich das Ziel Fahrzeuge zu erfinden, die sich unabhängig vom leicht verletzbaren Pferd bewegen konnten. Im zivilen Bereich war zur damaligen Zeit keine merkbare Nachfrage nach von Zugtieren unabhängigen Fahrzeugen. Trotzdem entwickelte Leonardo wohl eher zufällig, als Nebenprodukt anderer mechanischer Erfindungen, den Vorläufer des heutigen Automobils. Eine Erfindungen mit ungeahnter visionärer Kraft – und in dieser Ausstellung zu sehen.

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Leonardo da Vinci (1452 - 1519) Visionär – Erfinder – Wegbereiter

„Ein Mann, wie ihn zum zweiten Mal zu erschaffen die Natur nicht die Kraft hat“
(Francesco Melzi, Lieblingsschüler und Haupterbe Leonardo da Vincis)

Leonardos Gemälde „Mona Lisa“ und „Das letzte Abendmahl“ sind weltberühmt. Seine Leidenschaft galt jedoch seinen wissenschaftlichen und technischen Forschungen. Er hinterließ ein Lebenswerk von über 6000 verschlüsselten Manuskriptseiten. Darunter viele seiner technischen Zeichnungen, Studien und Entwürfe zu den Themen: Mechanik, Werkzeug- und Militärtechnik, Messgeräte sowie Fortbewegung zu Lande, im Wasser und in der Luft.

Die Ausstellung LEONARDO DA VINCIS MASCHINEN lässt nun die Visionen des Universalgenies ­lebendig werden. Maschinen und Maschinenelemente, die Le­o­nar­do erfunden, erweitert oder verbessert hat, werden in Form von Großmodellen aus Holz gezeigt. Der überwiegende Teil der Modelle ist interaktiv gestaltet und darf angefasst und ausprobiert werden.

Die Umsetzung seiner Skizzen erforderte Jahrzehnte sorgfältiger Recherchen und Auswertungen, denn nach Leonardos Tod gingen seine Notizbücher zum Teil verloren oder verschwanden in privaten Sammlungen und Archiven. Etliche Blätter mussten erst wieder aufgefunden und zugeordnet werden, bis alle Details seiner Visionen zusammengefügt waren. Darüber hinaus schrieb Leonardo, aus Angst vor geistigem Diebstahl, seine Aufzeich­nungen in Spiegelschrift und ­baute kleine Fehler in seine Konstruktionen ein.

Leonardo da Vinci kann zu Recht ein Universalgenie genannt werden. Er war zugleich Maler, Bildhauer, Kunsthistoriker, Anatom, Naturforscher, Architekt, Mechaniker und Erfinder. Durch seine einzigartige Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Technik gelingt es ihm, uns auch noch nach 500 Jahren zu überraschen. Ergänzend gibt die Ausstellung spannende Informationen über Leonardos Leben, seine Zeitgenossen und die Renaissance.